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EIBIA und Ortsgeschichte

FORUM stellt Briefmarken zu EIBIA und Mühle vor

05/2020 - Die Kirchengemeinde Meinerdingen hatte bereits Briefmarken ihrer Kirche herausgegeben, das FORUM hat nun die gute Idee nachgemacht: Die Cordinger Mühle und zwei EIBIA-Gebäude sind jetzt als Briefmarken-Motive erhältlich. Mit den Briefmarken zum "Gedenkort EIBIA" soll auch daran erinnert werden, dass vor 75 Jahren mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Region und mehrere tausend Fremd- und Zwangsarbeiter der Pulverfabrik EIBIA befreit wurden. Die FORUM-Veranstaltungen zu diesem Thema werden wegen der Corona-Zwangspause auf die zweite Jahreshälfte geschoben.

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Vor 75 Jahren befreiten die Briten die Region Bomlitz

04/2020 - Am 16. April 1945 endete der 2. Weltkrieg in der Region Bomlitz. Die britische Armee hatte bei Jarlingen noch ein letztes Gefecht, nahm kampflos Benefeld ein und befreite mehrere Tausend Fremd- und Zwangsarbeiter in den Lagern der EIBIA. Die deutschen Opfer des letzten Tags sind auf dem Borger Friedhof beigesetzt, die nicht-deutschen Opfer auf dem Ehrenfriedhof in Bomlitz. Am Tag vorher hatten die Briten das Konzentrationslager Bergen-Belsen befreit. Bis zum 8. Mai 1945 dauerte es noch, bis in ganz Europa der Wahnsinn ein Ende hatte. Sie finden hier die Chronologie der letzten Kriegstage in der Region Bomlitz zusammengestellt aus mehreren örtlichen Quellen. 

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Was wären 380 Millionen Reichmark heute wert?

04/2020 - Bereits ein Jahr nach Hitlers Machtergreifung 1933 fragte das Heereswaffenamt bei der Firma Wolff & Co. nach, was eine Pulverfabrik besonderen Ausmaßes kosten würde. 1935 kam es zum Vertragsabschluss zum Bau der "EIBIA GmbH für chemische Produkte" über 380 Millionen Reichsmark. In wenigen Jahren entstanden anschließend die Standorte in Bomlitz, Liebenau und Dörverden mit den dazugehörigen Siedlungsbauten in Bomlitz und z.B. Walsrode. Raumordnungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung gab es nicht, Höfe, die im Weg standen, wurden enteignet, Arbeitskräfte wurden mit Druck verpflichtet, und: Geld spielte keine Rolle, solange es um die Kriegsvorbereitung ging.

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Historisch gehören Bomlitz und Walsrode zusammen

02/2020 - Historiker Thorsten Neubert-Preine hat bereits viele Male Gäste durch die Ausstellung zu "200 Jahre Industriegeschichte in Bomlitz" geführt. Aus dem geschichtlichen Rundumblick  wird klar: Die Entwicklung der Region Bomlitz und der Firma Wolff & Co. waren nicht nur eng miteinander verbunden, sondern in weiten Teilen der beiden Jahrhunderte im Prinzip eine gemeinsame. Eine solche Symbiose ist selbst an traditionell großen Industriestandorten selten zu finden. Bomlitz entwickelte sich auf diese Art zum Industriestandort, während Walsrode und Bad Fallingbostel Gerichte und Verwaltungen bereitstellten und kleinstädtischen Charakter bekamen.

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Jedes Steinchen hilft für das Mosaik EIBIA

10/2019 - Wenn Historiker Thorsten Neubert-Preine wie im Oktober für das FORUM durch den "Denkort" EIBIA führt, erläutert er den historischen Zusammenhang und die Hintergründe der damals größten Pulverfabrik im Dritten Reich. In vielen Jahren Forschung und Archivarbeit hat er mit Unterstützung von anderen Interessierten zahlreiche Steinchen zu einem Mosaik zusammengesetzt. Das Gesamtbild ist aber noch lange nicht komplett. Und nicht selten findet man einen Hinweis, der auf den ersten Blick unscheinbar ist und erst im Zusammenhang Bedeutung bekommt. Gelegentlich öffnen solche Hinweise ganze Themenfelder, die bislang noch unbeleuchtet waren.

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Gedenkplatte für polnische Opfer erneuert

12/2019 - Fünf Wochen, nachdem die Briten die Region 1945 befreiten, wollte ein polnisches Paar heiraten. Sie luden ihre Gäste ein und wollten am 20. Mai feiern, aber die Feier endete in einer Katastrophe, als man Methylalkohol trank, den man für gewöhnlichen Schnaps hielt. Allein 16 polnische Opfer sind auf der Gedenkplatte auf dem Bomlitzer Friedhof vermerkt. Mehr als 30 Opfer waren es insgesamt, es war wohl die schlimmste Katastrophe durch einen Unfall in der Geschichte der Region. Die alte Gedenkplatte aus Beton ist nun mit Spenden von Dow und dem Rotary Club ersetzt worden, um die Erinnerung und das Andenken zu erhalten.

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Für den Krieg war man bei Wolff gerüstet

11/2019 - Das Interesse an den FORUM-Führungen von Thorsten Neubert-Preine durch die Ausstellung zur Bomlitzer Industriegeschichte ist ungebrochen. Aus mehr als 200 Jahren lokaler Geschichte zeigt der Historiker dabei Exponate wie z.B. dieses Produktplakat vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Das rauchlose Pulver hatte sich zu dieser Zeit auch bei Wolff & Co. seit 1888 zu einem Exportschlager entwickelt, der unter anderem auf dem Seeweg international vertrieben wurde. Neben der Produktion von Jagdpatronen wurden in diesem Zug die Pulverbetriebe weiter ausgebaut, um für den Mobilmachungsfall gerüstet zu sein.

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Die Ehrengräber in Bomlitz sind scheinbar "gewandert"

05/2019 - Bei der FORUM-Führung über den historischen Walsroder Friedhof machte Thorsten Neubert-Preine auch Station am Kriegsgräberfriedhof. Er wies auf eine Besonderheit hin, die in den 1950er Jahren noch üblich war: Die deutschen Kriegsopfer ruhen auf einer Fläche in der Friedhofsmitte. Der Ausländerfriedhof mit unter anderem Russen und Polen wurde 1959 am Rand des Friedhofs am Zaun eingerichtet. Auf dem Bomlitzer Friedhof sieht es scheinbar anders aus: Das Ehrengrabfeld für Ausländer liegt zentral. Zu Beginn lag er allerdings auch am Rand: Im Laufe der Jahrzehnte wurden der Friedhof nur so erweitert, dass das Ehrengrabfeld in die Mitte des Friedhofs "rückte".

 

In Liebenau ist die EIBIA noch besser erkennbar

09/2019 - Bei FORUM-Führungen durch die EIBIA in Bomlitz braucht man an einigen Stellen Phantasie, sich bei den Trümmern und Ruinen vorzustellen, wie es wohl vor mehr als siebzig Jahren ausgesehen hat. Der EIBIA-Standort in Liebenau wurde nach dem Krieg von den Briten weiterverwendet und nicht wie der in Benefeld zum größten Teil gesprengt. Bei einem Besuch beim örtlichen Geschichtsverein leitete der Historiker Martin Guse die Bomlitzer Gäste durch das Gelände. E-Karren-Wege, die in der Bomlitzer EIBIA oft nur erahnt werden können, sind in Liebenau noch komplett erhalten, Manche Gebäude haben noch Werksuhren, und viele Versorgungsleitungen sind noch in Takt.

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Die Spuren sind noch sichtbar im Stadtbild

09/2019 - Seit Beginn des 18. Jahrhunderts gab es in Walsrode eine kleine jüdische Gemeinde. Noch heute besteht der jüdische Friedhof als Zeichen dieser Historie, die mit der Reichsprogromnacht 1938 vor Ort endete. Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine führte für das FORUM durch Walsrode und erinnerte an die Spuren jüdischen Lebens in der Stadt. Der Weg führte vom Gebäude der ehemaligen Synagoge in der Langen Straße zu ehemaligen Geschäften, die jüdischen Bürgern gehörten, und einigen der sechs Stolpersteine, die in der Stadt eingelassen worden sind. Abschließend besuchte die Gruppe den jüdischen Friedhof in der Hannoverschen Straße.

 

In der Archäologie geht es immer um die Menschen

09/2019 - Wo es Gräber gibt, gab es auch Siedlungen. Die ältesten Besiedlungsspuren in der Gemeinde Bomlitz reichen bis in die Bronzezeit. Gesellschaftlich entwickelte sich das Zusammenleben vom Jagen und Sammeln zu Ackerbau und Viehzucht. Der Mensch wurde sesshaft und machte sich sein Leben einfacher, indem er z.B. seine Beutetiere nah bei sich einsperrte. Und wo das lebenswichtige Wasser war, siedelten die Menschen. Mit Warnau, Bomlitz und Böhme hatte die Region Bomlitz damit günstige Bedingungen, und die archäologischen Spuren beweisen das. Torsten Kleiber vom FORUM stellte diese Spuren bei einer Führung zu den Borger Hügelgräbern und der Borger Burg vor.

 

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