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Aus Liebe zur Familie verlassen sie die Familie

09/2018 - Referent John ist Pensionär und arbeitet in seiner Freizeit ehrenamtlich im Duckdalben in Hamburg. Bei seiner Jahreskulturfahrt besuchte das FORUM den Seemannsclub und bekam von ihm einen Einblick in die Arbeit der Seemannshilfe und das Leben der Menschen auf See, die zum größten Teil aus Entwicklungsländern kommen. "Wir sind Multikulti", betonte John gleich zu Beginn. "Ein Fremder ist für uns ein Freund, den wir noch nicht kennen. Und wir zeigen: Dieses Credo funktioniert sehr gut. Es ist der einzige Weg, der funktioniert", berichtete er aus seiner Praxis.

Für alle Religionen, die es auf der Welt und damit auch auf See gibt, hat der Duckdalben einen "Raum der Stille" im Obergeschoss. Auf dem Schiff ist es nirgendwo leise, Privatsphäre gibt es nicht. So sind die Seeleute bei ihrem Besuch im Duckdalben dankbar für die Möglichkeit, im Ruhe beten zu können. Im "Raum der Stille" sind dafür Gebetsecken eingerichtet: Moslems, Christen, Juden, Hindus, Buddhisten und auch Angehörige von seltenen Natur- und Regionalreligionen beten friedlich nebeneinander. "Wir hatten noch nie Schwierigkeiten, ganz im Gegenteil, die Verständigung läuft hier besonders freundschaftlich."

Das Leben auf See sei hart, gerade in der heutigen Welt, in der die Technik die Abläufe noch schneller gemacht habe. Für Menschen aus armen Ländern wie z.B. den Philippinen ist die Seefahrt aber die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen und ihre Familien zu versorgen. Der Preis ist hoch: "Aus Liebe zur Familie verlassen sie die Familie und sind monatelang auf dem Schiff. Das verdiente Geld ermöglicht aber ihren Kindern, z.B. zur Schule zu gehen, und das ist ihnen sehr wichtig. Sie nehmen dafür in Kauf, dass sie nur wenige Wochen im Jahr zuhause sind." In dieser paradoxen Lage ist für Seeleute der Duckdalben eine Hilfe, für ein paar Stunden auf andere Gedanken zu kommen.

Weiter ging es auf der Hamburg-Tour zu Fuß durch den Alten Elbtunnel, wer wollte, konnte auf der Plaza der Elbphilharmonie die Aussicht nutzen oder die Ausstellung mit Bildern und Grafiken von Otto im Museum für Kunst und Gewerbe besuchen. Langeweile kam auch bei der mittlerweile vierten FORUM-Fahrt nach Hamburg nicht auf.

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