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Arno Schmidt bewunderte Edgar Allan Poe

10/2019 - Schon als Schüler kaufte Arno Schmidt in einem Antiquariat einen Sammelband mit Werken von Edgar Allan Poe. Besonders "Der Untergang des Hauses Usher" beeindruckte ihn und wurde für Arno Schmidt zum Maßstab. "Ein Stück wie geschliff'ne Kohle!", sagte er später darüber. Aus Ärger über eine - seiner Meinung nach - schlechte Übersetzung machte er sich 1946 auf dem Cordinger Mühlenhof dann selbst ans Werk. Seine Übersetzung gilt als eine der besten, überträgt sie doch nicht nur die englische Sprache der Romantik in deutsche Sprache der Romantik, sondern findet auch auf besondere Weise einen Ausdruck für Atmosphäre und Stimmung der Geschichte.

Wolfgang Brandes hatte für das FORUM die Entstehung von Schmidts Poe-Übersetzung vorbereitet und gemeinsam mit Torsten Kleiber Schmidts Version von "Der Untergang des Hauses Usher" vorgetragen. Mit Bildern von unterschiedlichen Künstlern visualisierte Brandes die Handlung und hielt für die Gäste eine Synopse von Übersetzungen bereit: Neben den Originaltext stellte er Schmidts Übersetzung und die von Carl Wilhelm Neumann, die seinerzeit Schmidts Ärger hervorgerufen hatte. "Der gesamte Duktus, die Wortgewalt der Sprache, die Melodieführung der Sätze, die Vokalharmonie – all das überflügelt nicht nur Carl Wilhelm Neumanns Fassung, sondern sogar das Poe’sche Original", so Wolfgang Brandes.

Edgar Allan Poe blieb für Arno Schmidt eine wichtige Inspiration. Er widmete sein Opus Magnum "Zettel's Traum", das größte und schwerste Buch in deutscher Sprache, dem amerikanischen Schriftsteller und baute eine psychologische Bewertung ein. Und auch wenn er darin Poe ungewöhnlich kritische Attribute zusprach, blieb er doch zeitlebens einer seiner großen Bewunderer.

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